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21.09.2015 - 10:29 Uhr

Ein Abend im Zeichen des Öko-Verkehrs

Gedanken Peter Meiwald, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, war zu Gast in Aurich   Mit Politikern, Vereinen und Bürgerinitiativen diskutierte er über die Mobilität der Zukunft.   Von Bettina Keller   Aurich - Der Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, hat am Donnerstag im Auricher Europahaus mit Bürgerinitiativen und Vereinen über das Thema „Regionaler Verkehr“ diskutiert. Er war einer Einladung des Grünen-Ortsverbands Aurich gefolgt, deren Sprecher Gunnar Ott die zweieinhalbstündige Veranstaltung moderierte. Anwesend waren Mitglieder von Bilanz, „Ran an die Bahn“, ADFC, Car Sharing Aurich, Nabu, BUND, Baumschutz Aurich sowie Vertreter der Lokalpolitik wie Gerald Fiene und Anneliese Saathoff (beide Grüne).

Der Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, diskutierte am Donnerstag im Europahaus mit Auricher Bürgerinitiativen und Vereinen über ein zukunftsgerechtes Verkehrskonzept. Bild: Keller

 

Dass Aurich an diesem Abend nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen war, nutzte der in Westerstede wohnende Meiwald als Einstieg. Deutschland verfüge über eine hervorragende Infrastruktur, doch müssten Straße, Bus, Bahn und Wasserwege endlich sinnvoll vernetzt werden. Ziel der Zukunft sei nicht, weitere Straßen zu bauen, sondern Menschen ohne Auto zu ermöglichen, von A nach B zu kommen – etwa von Aurich nach Oldenburg ins Theater und zurück.

„Wir benötigen einen vernünftigen Taktverkehr und Ladesäulen an den Parkplätzen von ZOB und Bahnhöfen für E-Bikes und Elektroautos“, führte er aus. Zugleich warnte er davor, den Hochrechnungen von Verkehrswegeplanern zu glauben. Der in Arbeit befindliche Bundesverkehrswegeplan würde auf eine Straßenerhaltung vor Neubau setzen – „Prestigeobjekte wie die Küstenautobahn A 20 ausgenommen“.

Anschließend stellten ihm Vereinsvertreter ihre Konzepte für eine umweltschonende und kostengünstige Mobilität der Zukunft vor. Ihnen gemein war eine Verminderung des Verkehrsaufkommens, Schutz der Landschaft, Verflüssigung des Verkehrs und eine Nahversorgung der Dörfer. Deutlich wurde, welch großes Potenzial in Aurich schlummert – es müsste nur konsequent angepackt werden.

Zur Sprache kamen auch der umstrittene Supermarkt im Wald am Südeweg, das Stadtbahnprojekt mit leisen Hybridfahrzeugen und die
B 210 n, die wegen ihrer Länge und einer geplanten Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 Stundenkilometer keine Zeitersparnis bringen werde. Meiwald rief die Bauern zum Widerstand gegen das Infrastrukturprojekt auf. Der Bundestagsabgeordnete machte sich den ganzen Abend lang Notizen. Zum Schluss lobte er die Bürger: „Es ist klasse, wie sich hier die Menschen einsetzen.“

OZ Aurich/Wittmund vom Samstag, 19. September 2015, Seite 24


 

 



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