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18.09.2014 - 10:54 Uhr

Sorgen um „größtes Spielzeug der Welt“

von Grit Mühring   Bildung Großefehntjer Kindergärten und Grundschulen laden zum „Tag des Sprechens“ ein   Sie informieren am Freitag, 26. September, über die Themen Sprachbildung und -förderung.

Margret Ahrends (rechts), Leiterin der Grundschule in Spetzerfehn, lädt gemeinsam mit ihren Kolleginnen zum „Tag des Sprechens“ in die Grundschule am Ülkeweg ein. Bild: Mühring

Großefehn - „Sprache ist das größte Spielzeug der Welt.“ Davon ist Margret Ahrends, die Leiterin der Grundschule in Spetzerfehn, überzeugt. Doch bei jedem Spiel gibt es Regeln, und umso ideenreicher die Spieler umso mehr Freude macht es, dabei zu sein. Doch Sprache wandelt sich. „Boah, Alter“ sei ein Ausruf, den schon Kindergartenkinder in vielen Situationen anwenden. „Wir kämpfen gegen die Entwicklung einer sprachlosen Gesellschaft“, sagt Heidi Lawatsch vom Kinnerhuck Strackholt. Allzu häufig werde in Ein-Wort-Sätzen, nur mit einem Fingerzeig und im Kommandoton gesprochen. „Die Bedeutung vieler Worte geht verloren“, so Ahrends.

Um dem entgegenzuwirken, nehmen seit 2013 Mitarbeiter vom Kindergarten Ostgroßefehn, vom Kinnerhuck in Strackholt, vom evangelisch-lutherischen Kindergarten Regenbogen in Spetzerfehn sowie von den Grundschulen Strackholt, Spetzerfehn und Mittegroßefehn am Projekt „Übergang Kita-Grundschule mit dem Fokus Sprachbildung und -förderung“ des Landes Niedersachsen teil. Johanna Campen von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung und Jenna Hartmann vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) begleiten die Qualifizierungsinitiative. Bildungsträger ist das Europahaus.

Ein Jahr lang haben sich Erzieher und Lehrer zusammengesetzt und Ideen erarbeitet, um den Übergang von der Kita in die Grundschule noch fließender zu gestalten. „Die zentralen Fragen waren: Was machen die Kindergärten in Vorbereitung auf die Schule? Worauf legen die Schulen noch mehr Wert?“, brachte es Heidi Lawatsch auf den Punkt.

Seit 2002 besuchen Grundschullehrer die Kindergärten und geben Kindern ein Jahr vor der Einschulung Unterricht, wenn ein besonderer Förderbedarf besteht. Eine Stunde pro Woche steht dem Kind zu. Künftig sollen noch intensivere Absprachen getroffen werden. Auch wollen Kitas und Grundschulen mit den gleichen Materialien arbeiten.

Ein anderer Schwerpunkt soll die Zusammenarbeit mit den Eltern sein. Aus diesem Grund lädt das Projektteam für Freitag, 26.  September, von 15 bis 18 Uhr zum „Tag des Sprechens“ in die Grundschule in Spetzerfehn, Ülkeweg 77, ein. Erzieher und Lehrer informieren über Sprachbildung und -förderung und geben Tipps, wie man zum Beispiel den Wortschatz trainieren kann.

„So nah wie Kindergärten und Grundschulen ist keine Bildungseinrichtung an den Kindern und Eltern dran“, sagt Ulrike Seinen-Schatz vom Europahaus. Jetzt gebe es noch die Chance, etwas anzustoßen, damit die Kinder später mehr Freude am Spiel der Sprache haben.

OZ Aurich/Wittmund vom Mittwoch, 17. September 2014, Seite 20


 

 



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