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18.03.2014 - 09:47 Uhr

Gastronomie wartet auf 24 junge Spanier

Projekt Junge Gastarbeiter aus Südeuropa sollen Nachwuchslücken in Ostfriesland stopfen

Landrat Harm-Uwe Weber (von links) sowie Wolfgang Eberhardt und Michael Mühlhan von der Auricher Kreisvolkshochschule stellten das Spanien-Projekt vor. Bild: Klöker

Das „Sonderprogramm „Mobi-Pro EU“ im Landkreis Aurich startet am 31. März . Beteiligt sind die Ems-Achse, die Volkshochschulen Aurich und Norden, das Europahaus und viele Betriebe.

Aurich/Ostfriesland -
24 junge Männer und Frauen aus Spanien werden Ende des Monats mit Sack und Pack nach Aurich reisen. Sie werden bei einer Vorbereitungswoche im Europahaus mit Land und Leuten bekannt gemacht, ehe sie in verschiedene Gastronomiebetriebe der Region ausschwärmen und dreimonatige Praktika antreten. Danach haben sie einen Monat lang frei, bekommen etwas Heimaturlaub, ehe sie im Spätsommer nach Ostfriesland zurückkehren und ihre Ausbildung in der Gastronomie starten. Soweit die Theorie.

Gestern stellte die Kreisvolkshochschule (KVHS) Aurich ihre Vorbereitungen für das europäischen Azubi-Nachwuchsgewinnungsprogramm vor, das vom Bund über das Programm „Mobi-Pro EU“ gefördert wird. Den Landkreis Aurich koste der Einsatz „kein Geld“, betonte gestern Landrat Harm-Uwe Weber. Man setze an, „wo unsere Betriebe Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen“. Das sei „der richtige Schritt“.

Wie berichtet, kam der Kontakt kam über den Verein Wachstumsregion Ems-Achse zustande. Der vermittelt schon seit zwei Jahren junge Spanier in Betriebe der Region und kümmert sich um sie. Die Ems-Achse hat, weil sie schon Kontakte nach Spanien hat, auch die Bewerber an die KVHS vermittelt. Ursprünglich habe man mit 50  Personen gerechnet, sagte Lüerßen. „Wir hätten auch 70  Stellen besetzen können. Es macht aber keinen Sinn, wenn die Bewerber nicht auch ernsthaft in die Gastronomie wollen.“

KVHS-Leiter Wolfgang Eberhardt sagte: „Das wird kein Selbstgänger.“ Er könnte sich später auch eine Ausweitung auf andere Branchen mit Nachwuchsmangel vorstellen – etwa in der Pflege. Laut Fachbereichsleiter Michael Mühlhan werden die spanischen Gäste während der Praktikumszeit sehr eng begleitet, um mögliche Irritationen gleich auszuräumen. So werden von Norden aus die Praktikanten betreut, die nach Norderney gehen – in Betriebe wie die Hotels König, Fährhaus, Georgshöhe oder das Regina Maris. Die Auricher Einrichtung kümmere sich um die Praktikanten in Firmen wie Alte Post Middels, Köhlers Forsthaus, Stadtperle, Straubs Bürgerstuben (Ihlow) oder dem Hotel Faldernpoort in Emden.

Für den Auricher Hotelier Frank Köhler (Köhlers Forsthaus) ist das Ganze ein Versuch, der sich lohnen könnte. Er nimmt zwei spanische Praktikanten zu sich, einen Koch und eine Hotelfachfrau. „Dabei kann ich nur gewinnen,“ sagte er. Man habe schließlich sieben Monate lang Zeit, sich zu beschnuppern.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit werben gezielt Jobinteressenten in der EU an. Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Gesucht werden vor allem Azubis im Metallbau, im Sanitärhandwerk und in der Gastronomie.

Das Projekt beginnt mit einem Sprachkurs in der Heimat. Dann geht es über ein Berufspraktikum in die duale Berufsausbildung in Schule und Betrieb in Deutschland. Am Ende steht eine abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland.

Internet: www.the-job-of-my-life.de

erschienen:
am 'Dienstag, 18. März 2014', in OZ Aurich/Wittmund, Seite 18


 

 



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