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12.07.2016 - 09:40 Uhr

Sozialdemokraten im Landkreis Aurich feierten am Sonnabend 70 Jahre Wiedergründung

Der Ehrengast im Europahaus war der niedersächsische Ministerpräsident.

Die SPD im Landkreis Aurich feierte am Sonnabend 70 Jahre Wiedergründung. Ehrengast im Europahaus in Aurich war der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Er ehrte vier SPD-Mitglieder, die seit 1946 der Partei angehöre

Sie gehörten zu den Männern der ersten Stunde. Krino Hedemann aus Wiesmoor, Theodor Ufen aus Dornum, Ulfert Hoogstraat aus Pewsum und Willy Arens aus Norden waren dabei, als sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Sozialdemokraten 1946 wieder zusammenfanden und die SPD in den früheren Landkreisen Aurich und Norden erneut gründeten.

Bei einem Festakt am Sonnabendvormittag im Europahaus in Aurich verlieh ihnen der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die goldene Ehrennadel der Partei. Johann Saathoff, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Aurich, übergab ihnen die Urkunde dazu. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Manfred Noack.

Stephan Weil, selbst Jahrgang 1958, blickte in seiner Rede nur kurz auf die Anfangsjahre der Sozialdemokratie nach Ende des Nationalsozialismus zurück. Als Nachkriegskind könne er sich kaum vorstellen, welche Existenzkrise seine Eltern und Großeltern zu bewältigen hatten. „Ich habe einen Riesenrespekt vor der Leistung und kann nur herzlich Dankeschön sagen.“

Bei der Wiedergründung der SPD in Niedersachsen hätten die Sozialdemokraten aus Ostfriesland immer eine wichtige Rolle gespielt. Als Beispiel nannte Weil den früheren Vorsitzenden der SPD Niedersachsen, Johann „Joke“ Bruns aus Emden. „Ich habe immer viel Respekt vor ihm gehabt – gerade weil er nie laut wurde.“ Grundsätzlich habe ihm immer imponiert, dass die Kriegsgeneration nie viel Aufhebens um sich gemacht, sondern mit „stillem Stolz“ agiert habe, so Weil.

Noch immer brauche die Landes-SPD starke Persönlichkeiten aus Ostfriesland, betonte Weil und kam auf die SPD von heute zu sprechen. Sein Fazit: „Wir sind nicht beliebig, wir müssen uns aber an unsere Besonderheiten erinnern.“ Den rund 100  Genossen und Partei-Freunden im Europahaus empfahl Weil – „in einer für die SPD ausgesprochen herausfordernden Zeit“ – das Thema Arbeit wieder stärker in den Fokus zu rücken. „Wir arbeiten für Menschen, die selbst hart arbeiten und sich an die Regeln halten.“ Die Werte von früher seien noch immer aktuell. Themen wie soziale Gerechtigkeit, Bildung, Demokratie und Freiheit, Frieden und Internationalismus dürfe die Partei nicht vernachlässigen.

Vor der Festrede des Ministerpräsidenten hatten die SPD-Politiker Hans Forster aus Norden und Albert Groeneveld aus Aurich von den Anfängen der SPD nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet. Bereits 1945 hatte es Versuche gegeben, die SPD in den Landkreisen Norden und Aurich wieder zu gründen. Anfang 1946 erhielten die Sozialdemokraten dann die Erlaubnis, neue Strukturen aufzubauen. Zu den herausragenden Persönlichkeiten damals gehörten laut Forster und Groeneveld Robert Onnen, Adolf Janssen, Johann Fischer und Georg Peters.


 

 



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