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18.04.2016 - 12:22 Uhr

Bunte Kundgebung für mehr Respekt

Jugendliche haben im Europahaus in Aurich über die Flüchtlingskrise diskutiert   kab Aurich. Eine buntgewürfelte Gruppe Jugendlicher hat am Sonnabend in der Auricher Fußgängerzone Kartoffeln verteilt. „Auch eine Kartoffel ist ein Migrant“, stand darauf. Die jungen Leute stammen aus Deutschland, Finnland, England, Spanien und Polen. Sie hatten zehn Tage miteinander im Europahaus über die derzeitige Flüchtlingskrise und die Reaktion der EU diskutiert. Am Sonnabend stellten sie etwas von dem gemeinsam Erarbeiteten in der Auricher Fußgängerzone vor.

Zehn Tage lang haben Jugendliche aus fünf europäischen Ländern im Auricher Europahaus über die Flüchtlingskrise diskutiert. Am Sonnabend verabschiedeten sie sich von Ostfriesland mit einer Vorführung in der Innenstadt. Obwohl die Herkunftsländer der Jugendlichen ganz verschiedene Flüchtlingspolitiken verfolgen, waren sich am Ende alle einig: "Vor allem ist jeder Flüchtling ein Mensch, der Hilfe braucht."

So einig sie bei Liedern wie „Just a little bit respect“ und dem finnischen Tanz „Letkiss“ auftraten, so unterschiedlich seien zum Teil die Standpunkte gewesen, mit denen die Jugendlichen nach Aurich gekommen waren, erzählte Teilnehmerin Hilke Janssen aus Rhauderfehn.

Die nicht-deutschen Teilnehmer fanden Janssen zufolge die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zwar moralisch richtig, sahen darin aber auch Gefahren und fanden, dass die anderen europäischen Länder bei der Öffnung der europäischen Fluchtrouten für Asylsuchende nicht einbezogen worden seien. „Sie sagten, wenn Merkel das Dublin-Abkommen außer Kraft setzt, hätte sie das mit den europäischen Partnern besprechen müssen“, so Janssen. Die Spanier hätten über die hohe Arbeitslosigkeit bei sich zu Hause gesprochen. Die Flüchtlingskrise kennen sie vor allem aus der Zeitung. In Spanien gibt es laut den Erzählungen der Jugendlichen von dort kaum Flüchtlinge, so Janssen. Doch es gab nicht nur theoretische Debatten. Zwei Jugendliche aus Syrien, die seit zwei Jahren in Norden leben, hätten sehr bewegend über ihre Flucht berichtet.

Die Jugendbegegnungen sind das Kerngeschäft des Europahauses. Kursleiterin Pirjo Niskanen bedauerte, dass wegen der angespannten Finanzlage der Einrichtung, Jugendliche abgewiesen werden müssen, die ihre Teilnahme nicht voll selbst zahlen könnten.


 

 



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