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10.08.2015 - 10:40 Uhr

Spielerisch Deutsch lernen

Stadt Aurich und Europahaus organisierten ein Ferien-Sprachcamp für Flüchtlingskinder zwischen fünf und zwölf Jahren

Fast im Akkord musste Molitor die Wünsche erfüllen.

Tim Molitor „tätowierte“ die Kinder ganz nach Wunsch.

Maria Stroth (links) leitete das Sprachcamp. Sie hat in der vergangenen Woche ein gutes Verhältnis zu den Kindern aufgebaut. Fotos: Hermanns

Es wurde auch gebastelt.

Aurich. Nur wer die deutsche Sprache beherrscht, hat in der Schule oder im Beruf auch die Chance weiterzukommen. Das ist eine unbestrittene Tatsache. Allerdings findet sich grade im regulären Schulunterricht meist nicht die Zeit, um Schülern mit Migrationshintergrund extra Deutschunterricht zu erteilen. Helfen soll hier ein Ferien-Sprachcamp. Erstmals fand in der vergangenen Woche ein solches Angebot in Aurich statt.

Maria Stroth vom Auricher Jugendzentrum leitete das Ferien-Sprachcamp, an dem 28 Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren teilnahmen. Es handelte sich dabei um eine Kooperation des Europahauses Aurich und der Stadt Aurich. Finanziert wurde das Camp mit Mitteln der Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen. „Dieser erste Test ist sehr gut verlaufen“, sagte sie im Gespräch mit den ON. Bei den jungen Teilnehmern habe es sich überwiegend um Flüchtlingskinder gehandelt. „Diese konnten teilweise schon Deutsch sprechen“, sagte Stroth. Allerdings hapere es oft noch beim Schreiben und Lesen. Hier habe man in der vergangenen Woche angesetzt.

Zusammen mit vier Lehrkräften hat Stroth sich täglich in der Zeit von 9 bis 15 Uhr mit den Kindern beschäftigt. „Wir haben vier Gruppen gebildet“, sagte sie. Eingeteilt worden seien die Kinder je nach Vorwissen. Dieses sei im Vorfeld mit Fragebögen erhoben worden. Das Sprachcamp sei aber keine reine Fortsetzung des Schulunterrichts gewesen, so Stroth. Denn immerhin seien ja Ferien, daher sei der Unterricht spielerisch gemacht worden. „Wir wollten auch die Lust wecken, die deutsche Sprache zu lernen“, sagte sie.

Aber nicht nur die deutsche Sprache, auch ein wenig Kultur stand auf dem Programm für die 28 Kinder. Das Machmit-Museum und die Kunstschule Aurich wurden besucht, und bei einem Spiele-Nachmittag wurde das Trommeln einstudiert. Zum Abschluss gab es am Sonnabend ein „Fest der Kulturen“ im Innenhof des Europahauses. Unterstützung kam an diesem Tag von Tim Molitor, Vorsitzender des Kreisjugendrings. Er „tätowierte“ die Kinder ganz nach Wunsch mit der Airbrush-Pistole. Maria Stroth ist zuversichtlich, dass das Auricher Ferien-Sprachcamp auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird. „Bis Oktober können wir den Antrag für die erneute Förderung bei der Lotto-Sport-Stiftung abgeben“, sagte sie.

Dann habe man auch etwas mehr Zeit für die Planung und die Werbung an den Schulen. „In diesem Jahr ist das alles etwas kurzfristig passiert“, sagte Stroth. Die Premiere in Aurich jedenfalls ist zu ihrer vollsten Zufriedenheit verlaufen. Maria Stroth jedenfalls freut sich schon auf die Schüler im nächsten Jahr.

Ostfriesische Nachrichten vom Montag, 10. August 2015, Seite 5


 

 



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