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09.07.2015 - 11:25 Uhr

Finnland-Projekt

Acht Wochen Finnland sollen weiterhelfen   Schirmherrin ist die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU). Die Bundesrepublik fördert die Initiative mit 780000Euro.

Die Projektteilnehmer (von links) Daniel Klinke, Manuel May, Sascha Banse, Tobias Bauch (vorne) und Alexander Schober (Fünfter von links) waren gestern beim Auftakt mit Projektleiterin Claudia Lippke (Vierte von links), Schirmherrin Gitta Connemann (Sechste von links), Kreisrat Rüdiger Reske und Lee-Werk-Wisa Geschäftsführerin Daniela Saadhoff-Waalkens dabei. Bild: Lüppen

Leer - Die ersten Teilnehmer sind schon da: Junge Menschen zwischen 18 und 35  Jahren, die in einigen Wochen zu einem achtwöchigen Aufenthalt nach Finnland aufbrechen werden. Möglich wird das durch das Bildungsprojekt „Horisontti“, an dem der Landkreis Leer mit seiner Qualifizierungsgesellschaft Lee-Werk-Wisa und das Europahaus in Aurich beteiligt sind. Nach der Auswahlphase und einem achtwöchigen Vorbereitungskursus werden die jungen Leute, die bisher in keinem Beruf Fuß fassen konnten, für ein achtwöchiges Praktikum in das Hyvärilä Youth and Holiday Centre in Finnland fahren.

Der Aufenthalt dort werde kein Urlaub sein, betonte Projektmanagerin Anke Abbas gestern bei der Auftaktveranstaltung in Leer. Sprachkurse in Englisch und Finnisch stehen ebenso auf dem Programm wie ein Persönlichkeitscoaching, bei dem die Stärken des Teilnehmers ausgelotet werden sollen. „Ganz wichtig ist der interkulturelle Austausch“, sagte Abbas.

Andere Welten kennenlernen, sich anderen Menschen zu öffnen und dadurch selbstbewusster werden – diesen Effekt habe Reisen bei jedem Menschen, sagte Prof.  Dr. Martin Stummbaum von der Fachhochschule Emden-Leer, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. In benachteiligten Familien fehle diese Erfahrung jedoch meistens. Lange Arbeitslosigkeit führe dazu, dass „das Wir auf das Ich zusammenschrumpft“. Das Kennenlernen fremder Länder befreie davon, so Stummbaum.

Was das heißt, beschrieb eine Teilnehmerin eines ähnlichen Leaderprojekts ohne Altersbegrenzung auf Malta: „Ich habe gelernt, aus meinem Schneckenhaus herauszukommen.“ Jetzt fühle sie sich nicht mehr zu alt und zu krank, um zu arbeiten.

„Horisontti“ wird vom Bund bis 2019 mit 780  000  Euro gefördert. In acht Durchgängen können knapp 100  junge Langzeitarbeitslose teilnehmen. Schirmherrin des Projekts ist die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU). „Dieses Projekt kann sich bundesweit sehen lassen“, ist sie überzeugt. Der Erste Kreisrat Rüdiger Reske sieht in Auslandserfahrungen eine Möglichkeit, der Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit zu begegnen. Dies belegten Auslandsprojekte für schwierige Jugendliche, von denen 88  Prozent eine Ausbildung oder Arbeit gefunden hätten, einer machte sogar Abitur.

Videolink

OZ Aurich/Wittmund vom Donnerstag, 9. Juli 2015, Seite 21


 

 



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