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13.10.2014 - 11:03 Uhr

Angehörige der Opfer reisen aus weiten Teilen Europas an

Gedenken an die Errichtung des KZs Engerhafe vor 70 Jahren

Die Verantwortlichen der Gedenkveranstaltung wollen vor allem junge Menschen für die Geschichte unseres Landes sensibilisieren.Foto: Lindenbeck

Die 188 Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges im KZ Engerhafe ihr Leben ließen, bekommen zunehmend ein Gesicht. Das liegt vornehmlich an der Arbeit des Vereins „Gedenkstätte KZ Engerhafe“, der gegen das Vergessen der Verbrechen ankämpft. 70 Jahre nach der Errichtung des Konzentrationslagers kommen am Sonnabend und Sonntag (18. und 19. Oktober) Vereinsmitglieder, interessierte Bürger und vor allen Dingen Angehörige der Opfer aus ganz Europa zusammen, um an die Gräueltaten zu erinnern.

An erster Stelle der Gedenkveranstaltung steht der Begriff der Begegnung. „30 Menschen reisen in das Land der Täter, um sich zu begegnen. Das ist doch großartig“, sagte Carl Osterwald, Vorsitzender des Vereins, anlässlich eines Pressegespräches am Mittwoch im Gulfhof Ihnen.

Die fünfte Gedenkveranstaltung wird nach Angaben der Veranstalter auf drei Tage ausgedehnt. Nach der Anreise am Freitag, treffen sich die Angehörigen und interessierte Bürger am Sonnabend ab 16 Uhr im Gulfhof. Nach einer Begrüßung durch Carl Osterwald wird Mathias Groote, Mitglied des Europäischen Parlamentes, eine Ansprache halten.

„Der Kern dieses Programmpunktes wird die Vorstellung und die Grußworte unserer Gäste sein“, sagte der Künstler Herbert Müller. In der Kirche in Engerhafe wird Pastorin Anika Langer im Anschluss eine Predigt halten. Angehörige der Opfer und Jugendliche aus Europa werden die Namen der Opfer aus 14 Ländern (unter anderem aus Dänemark, Estland oder den Niederlanden) verlesen. Begleitet wird die Veranstaltung vom Gitarrenchor der Kirchengemeinde.

Am Sonntag trifft sich die Delegation um 11.30 Uhr am Güterschuppen des Gymnasiums in Aurich. Von dort aus geht es zum Mahnmal nach Sandhorst. „Der Weg der Gefangenen soll so nachvollzogen werden“, so Müller. Die Gäste sind während des Aufenthaltes im Auricher Europahaus untergebracht.

Carl Osterwald verspricht sich viel von der Begegnung mit den Angehörigen der Opfer. „Wir müssen ein neues Europa bauen. Das sind wir den Opfern schuldig.“

 


 

 



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