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19.04.2018 - 11:49 Uhr

Ein Stück Europa in Aurich. Das „Europe Direct Informationszentrum“ soll Brücke zu Bürgern vor Ort schlagen.

Aurich. Dort weitermachen, wo die große europäische Politik nicht hinkommt: Mit dieser Zielsetzung geht das Europe Direct Informationszentren (EDIC) Ostfriesland mit den Standorten in der Volkshochschule (VHS) Leer und im Europahaus Aurich an den Start. Nach dem Auftakt Anfang April in Leer hatten die Leiterin des Europahauses, Heike-Maria Pilk, und der Leiter der VHS Leer, Detlev Maaß, am Freitagvormittag zu einer entsprechenden Veranstaltung in das Europahaus eingeladen. Als Gastredner begrüßte Pilk das Mitglied des Europäischen Parlaments, Tiemo Wölken, und Bernhard Schnittger, stellvertretender Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.

Sie freuen sich über das neue EDIC: Bernhard Schnittger (Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, von links), Detlev Maaß (Leiter VHS Leer und EDIC Ostfriesland), Heike-Maria Pilk (Leiterin des Europahauses und EDIC Ostfriesland) und Tiemo Wölken, Mitglied des Europäischen Parlaments. Foto: Vortanz


„Wir müssen dahin, wo die Menschen sind“, sagte Pilk in ihrer Begrüßung. Sie freute sich, dass der gemeinsame Antrag mit der VHS von der Europäischen Kommission genehmigt und die Fördermittel für die beiden Informationszentren zur Verfügung gestellt worden sind. Damit sind von den deutschlandweit tätigen 46 Zentren allein zwei in Ostfriesland aktiv. Und auch die stellvertretende Auricher Landrätin, Antje Harms, betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig die Arbeit der Einrichtung für den Landkreis sei. Damit komme ein Stück Europa nach Aurich.

Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Tiemo Wölken, sprach bei der Veranstaltung über „Europa im Aufbruch“ und welche Bedeutung eine starke EU für den Wohlstand und den Frieden der Menschen habe. „Wenn 510 Millionen Menschen hinter einer Idee oder einer Aktion stehen, dann hat das ein völlig anderes Gewicht, als wenn 28 Länder unabhängig voneinander agieren“, sagte er. So sei beispielsweise die Gemeinschaft der Mitgliedstaaten gefordert, die Finanzlücke von zwölf bis 14 Milliarden Euro, die der Brexit von Großbritannien hinterlassen wird, zu schließen. Ansonsten drohen massive Einschränkungen für die Landwirtschaft oder die Sozialpolitik. Auch beim Datenschutz und bei der Digitalisierung zeige sich der Mehrwert der Europäischen Union. Facebook-Chef Mark Zuckerberg habe sich bereit erklärt, den EU-Datenschutz zu übernehmen und das EU-Recht anzuwenden. Das hätten einzelne Länder nicht erreichen können.

Bernhard Schnittger, stellvertretender Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission, sieht eine Aufgabe der EDICs darin, die Bedeutung Europas im täglichen Leben an Menschen zu vermitteln. Dazu müssten Einblicke in die Arbeit der Europäischen Kommission durch Informationen in den sozialen Medien, durch Programme über Europa und Gespräche mit den Bürgern ermöglicht werden.

Darum versteht sich das Europe Direct Informationszentrum auch als Schnittstelle zwischen Bürger und der Europäischen Union auf lokaler Ebene, mit der Aufgabe, vor Ort Informationen, Rat, Hilfe und Antworten auf Fragen über die Europäische Union zu geben. Außerdem soll die lokale und regionale Debatte über die Europäische Union und ihre Maßnahmen gefördert werden.

aus: ON-Gesamt, Samstag, 14. April 2018, Seite 6
Von Helmut Vortanz


 

 



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