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05.09.2016 - 12:18 Uhr

23 Jugendliche lebten im Europahaus Aurich Demokratie

Soziales Sie gründeten ein Forum, das jährlich über ein Budget von 6000 Euro entscheiden darf. Das Projekt ist Teil eines Netzwerks gegen Rechtsextremismus. Viele Vorschläge der Jungen und Mädchen hatten mit Flüchtlingen zu tun.

Die Jugendlichen sammelten im Europahaus Ideen für Projekte, um 6000 Euro auszugeben. Bild: Luppen

Aurich / LU - „Demokratie leben!“ heißt ein Programm des Bundesfamilienministeriums, das sich gegen Rechtsextremismus richtet. 23 Jugendliche aus dem ganzen Kreisgebiet haben am Sonnabend im Europahaus Aurich Demokratie gelebt. Sie gründeten ein Jugendforum, das über ein Budget von 6000  Euro pro Jahr entscheiden darf. Erwachsene haben kein Mitspracherecht.

Das Forum ist Teil des Netzwerks „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Aurich“, das aus dem Programm „Demokratie leben!“ mit 25  000 Euro pro Jahr finanziert wird. Die 23 Teilnehmer kamen größtenteils aus den Kinder- und Jugendparlamenten in Norden, Hinte, Südbrookmerland und dem Brookmerland. „Die Jugendparlamente sind eine gute Basis“, sagte Dr. Martin Gohlke von der Kreisvolkshochschule Norden, der das Netzwerk koordiniert.

Gohlke machte kein Hehl daraus, dass er sich eine etwas größere Resonanz auf die Einladung ins Europahaus gewünscht hatte. „Eine Erfolgsgeschichte ist es nicht, dafür sind es zu wenig Teilnehmer. Aber wir sind auch nicht unzufrieden.“ In anderen Kommunen sei die Resonanz deutlich geringer.

Die Jugendlichen befassten sich in sechs Workshops mit verschiedenen Aspekten der Demokratie – etwa Grundrechten, Minderheitenschutz und dem politischen System der USA. Anschließend sammelten sie in einem Wettbewerb Ideen, für welche Projekte man die 6000 Euro ausgeben könnte. Da kam einiges zusammen.

Der 13-jährige Marc-René Rosendahl aus Norden zum Beispiel würde gerne einen Zuschuss für das North Coast Festival in Norden gewähren. Ruben Donker (14) aus Leezdorf, Jugend-Samtgemeindebürgermeister im Brookmerland, schlug unter anderem die Herstellung von Handy hüllen mit dem Jugendparlaments-Logo und eine Bootstour für Einheimische und Flüchtlinge vor.

Überhaupt hatten viele Vorschläge etwas mit Flüchtlingen zu tun – etwa das Organisieren von Hilfsangeboten oder gemeinsamen Aktionen wie Kochen und Basteln. Auch ein großes Fest der Jugendparlamente gehörte zu den Ideen.

Konkrete Beschlüsse wurden noch nicht gefasst. Das soll in den Jugendparlamenten nachgeholt werden. Koordinator Gohlke übernimmt das Organisatorische. Er formuliert die Förderanträge so, dass sie zu den Richtlinien des Programms „Demokratie leben!“ passen.

Für September 2017 hegt Gohlke große Pläne: Dann soll es ein Festival des Jugendforums geben – mit deutlich mehr Teilnehmern als am Sonnabend.

Das Netzwerk „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Aurich“ fördert Projekte und Initiativen, die Mitbestimmung und Vielfalt vor Ort stärken. Im August wurde zum Beispiel ein Politdinner von Wiesmoorer Schülern mit Kandidaten für die Kommunalwahl bezuschusst.

Auskunft zu Förderanträgen erteilt Dr. Martin Gohlke von der Kreisvolkshochschule Norden, Telefon 04931/924168, E-Mail m.gohlke@kvhs-norden.de. Nähere Informationen im Internet: www.moin-zusammen.de


 

 



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