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30.01.2017 - 08:19 Uhr

„Die Rente ist nicht mehr armutsfest“

Vor 50 Zuhörern sprach sich Ruben Eick für eine verlässliche gesetzliche Rentenversicherung und eine betriebliche Altersvorsorge aus.

Auf Worte alleine verließ sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am gestern Vormittag bei seinem Neujahrsempfang im Europahaus nicht. Der Vorstand des Auricher Kreisverbands hatte auch eine kleine Installation aufgebaut, die ein gesellschaftliches Kernproblem illustrieren sollte. Neben dem Rednerpult stand ein Schaukelstuhl, davor ein kleines Nierentischchen. Im Hintergrund baumelten Sprechblasen aus weißem Karton: „Wo ist Oma?“, war dort zu lesen. Und: „Flaschen sammeln“ oder „Arbeiten“.

Damit war ein Schwerpunktthema der vier Redner dargestellt: „Die Rente ist nicht mehr armutsfest“, wie es Ruben Eick formulierte. Der Abteilungsleiter für Jugendpolitik beim DGB Niedersachsen/Bremen/Sachsen-Anhalt fragte polemisch in die Runde, ob man es zulassen wolle, dass immer mehr alte Menschen bei den Tafeln aufschlagen.

Menschenwürde sehe auf jeden Fall ganz anders aus, sagte Ruben Eick und forderte eine verlässliche gesetzliche Rentenversicherung sowie als Ergänzung eine betriebliche Altersvorsorge. Dafür sei allerdings ein Kurswechsel bei der Rentenpolitik erforderlich.

Applaus brandete bei den rund 50 Zuhörern auf, als der Hauptredner vom DGB Niedersachsen die Rente mit 67 ablehnte. Seine Ansichten untermauerte Ruben Eick auch mit Zahlen.

Bis zum Jahresende 2015 seien knapp eine Million Senioren geringfügig beschäftigt gewesen, um ihre schmale Rente aufzubessern. Das entspreche einem Zuwachs von 22 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Bei allen Reden wurde die Forderung danach laut, sich ganz klar gegen rechte Hetze, Hass und Ausgrenzung zu positionieren. Landrat Harm-Uwe Weber sagte, dass angesichts der „Populisten im Aufwind“ die Gemeinschaft gefordert sei, um die Demokratie zu stärken. Hohen Stellenwert habe im gesellschaftlichen Leben der ehrenamtliche Einsatz. „Das ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“, so Weber.

Der Auricher DGB-Kreis-Vorsitzende Werner Schlender bedauerte, dass es nicht mehr selbstverständlich sei, sich in der Politik und den Gewerkschaften zu engagieren.

Er zitierte den US-Politiker Bernie Sanders, der die Menschheit am Scheideweg sieht und die Zuschauer-Mentalität vieler Menschen geißelt. Dramatische Töne schlug auch Horst Götze vom Emder DGB-Stadtverband an. Die Spaltung der Gesellschaft sei in vollem Gange. Seine Forderung: „Wer den Trend der Rechtspopulisten stoppen will, muss das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.“

 

 


 

 



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