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19.09.2017 - 12:28 Uhr

Jugendliche befassen sich in Aurich mit fairen Handels- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft

Unter dem Motto „EINE fruchtbare Zukunft für ALLE“ befassten sich vom 04.-08.09.2017 Jugendliche der kooperativen Gesamtschule Norderney im Auricher Europahaus mit den globalen Zusammenhängen der agrarischen Nahrungs- und Energieproduktion und erarbeiteten diverse Verbesserungsvorschläge für den eigenen Alltag.

Zur Einarbeitung in das Thema sammelten die Jugendlichen im Rahmen einer „Konsum & Klima-Rallye“ Informationen durch eigene Recherchen in verschiedenen Lebensmittelmärkten oder durch Interviews mit Kunden sowie über Flyer und andere Infomaterialien. Gut angenommen wurden auch kurze Erklär-Videos, die ihnen das Thema auf prägnante und humorvolle Weise näherbrachten.

 

Höhepunkte im Seminar waren sicherlich die Besichtigungen unterschiedlicher Höfe in der näheren Umgebung, wo die Gruppe durch selbst entwickelte Fragen u.a. den Unterschied zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft herausarbeiten sollte. Sie stießen dabei auf die Problematik, wie die wachsende Weltbevölkerung satt werden kann und ob dies ausschließlich durch Biohöfe erreicht werden könne. Daraufhin besuchten die Gruppe einen fleischverarbeitenden Demeter-Hof, der ihnen im Gegensatz zum konventionellen Milchbetrieb artgerechter erschien: Jedes Tier hatte mehr Platz, der Medikamenteneinsatz wird noch strenger geprüft und es darf dort nur Futter aus kontrolliertem Anbau (z.B. kein Soja aus dem Ausland) genutzt werden. Diese aufwändigeren Bedingungen müssen zwar durch höhere Preise kompensiert  werden, aber dennoch zeigte sich der Biohof, der inzwischen mehrere Generationen ernährt und eine breite Produktpallette bietet, krisensicherer als der nur von einem Produkt abhängige Milchbauer.

 

Am nächsten Tag nahmen die Jugendlichen noch eine Biogasanlage unter die Lupe und lernten dort eine weitere Form der Landwirtschaft und Tierhaltung kennen. Zuvor wurde ihnen jedoch in einem Planspiel - beispielhaft an einigen Staaten - die Verteilung des Wohlstandes in der Welt und dem Zugang zu Nahrung aufgezeigt. Dann wurde dies mit dem Ressourcenaufwand von unterschiedlichen Fleischsorten und Gemüse kontrastiert. So wurde eine sehr ungleiche Verteilung zwischen den Ländern des globalen Nordens und Südens deutlich. Kritisiert wurde aber auch der unverhältnismäßige Aufwand für die Fleischproduktion.

 

Im weiteren Seminarverlauf konnten die Teilnehmenden das erworbene Wissen und eigene Ideen in unterschiedliche Workshops einbringen. Mit ganz unterschiedlichen Ideen präsentierten sie ihre Ergebnisse dem Rest der Gruppe: So wurde zum Beispiel ein Quiz erstellt für die Ausstellung „Make Fruit Fair“, die zeitgleich in der Bildungsstätte gezeigt wurde. Ein anderes  Team erarbeitete sich das Thema „Nahrung zwischen Teller, Trog und Tank“ in einer selbst inszenierten Talkshow.

 

Bei der Seminarauswertung am letzten Tag gaben die Jugendlichen an, viel von dem Erlernten auf das eigene Leben anwenden zu können und hielten dazu in einem Brief an sich selbst einige konkrete Vorschläge für EINE faire & fruchtbare Zukunft fest. Edda Smidt schloss das Seminar mit dem Appell an die Norderneyer SchülerInnen, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren und diese Vorhaben auch zeitnah in die Tat umzusetzen.

 

Tom Niesemeyer/Edda Smidt


 

 



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