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26.08.2016 - 11:04 Uhr

Über Grenzen hinweg - 60-jähriges Jubiläum

Deutsch-Niederländische Heimvolkshochschule Europahaus in Aurich feierte am 26.08.2016 ihr 60-jähriges Bestehen

Walter Theuerkauf (Vorsitzender des Trägervereins des Europahauses) leitete die Jubiläumsfeier mit einer Rede ein. Foto: Stapf

Mit dem Gedanken, die jahrhundertealte deutsch-niederländische Freundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu erneuern, fing im Jahr 1956 alles an. Heute bietet das Europahaus in Aurich Seminare für junge Menschen aus ganz Europa an, meistens mit politischen Inhalten.

Gestern feierten das Team, die Förderer und Freunde des Europahauses gemeinsam das sechzigjährige Bestehen der Institution. Unter den Gästen waren der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff und der Landtagsabgeordnete Wiard Siebels, bei denen sich Walter Theuerkauf für ihre Unterstützung auf politischer Ebene bedankte. Er ist der Vorsitzende des Trägervereins des Europahauses. Außerdem stellte er Heike-Maria Pilk vor, die das Europahaus ab September leiten wird.

In seiner Ansprache ließ Walter Theuerkauf die Geschichte des Europahauses Revue passieren und verwies auf die heutige Bedeutung der Institution. „Viele Menschen sind verunsichert, politische Bildung ist darum ungemein wichtig“, sagte Theuerkauf. Der Vorsitzende Walter Theuerkauf bezog sich auf die Flüchtlings-Thematik und fremdenfeindliches Gedankengut, das wieder zunehmend salonfähig wird.

Das Thema Flüchtlinge ist nur eines von vielen im Europahaus. Dort werden Seminare für Jugendliche aus ganz Europa angeboten aus den Bereichen Politik, Ökologie, Wirtschaft, Geschichte, Kultur und Sprachen.

Es war nicht immer leicht in den 60 Jahren des Bestehens, sagt Walter Theuerkauf, vor allem finanziell. „Wir kämpfen jedes Jahr, da bin ich ehrlich, aber es funktioniert irgendwie, wir schaffen es immerhin seit 60 Jahren, uns über Wasser zu halten“, sagt er.

In Niedersachsen gibt es insgesamt 23 Heimvolkshochschulen, erzählte der kommissarische Leiter der Heimvolkshochschule Dietrich Burggraf. Das Europahaus ist eines von Dreien, die nur von einem Verein und nicht von einem größeren Träger, wie zum Beispiel der Kirche, finanziert werden.

Um den Betrieb am Laufen zu halten, sind jedes Jahr rund 1,3 Millionen Euro nötig, sagt Dietrich Burggraf. 550.000 zahlen die 5000 Teilnehmer der Seminare. Weitere 300.000 Euro steuert das Land Niedersachsen im Rahmen der Erwachsenbildung bei. Den Rest muss der Verein selbst organisieren. Denn eine Erhöhung der Teilnahmekosten ist nicht möglich. „Wir haben eine Höchstgrenze bei den Kosten erreicht“, sagt der Vorsitzende Theuerkauf. Darum stellte der Verein Anträge auf Fördergelder bei der Stadt Aurich und dem Landkreis.

Die Stadt bewilligte 20.000 Euro. Das ist weniger als erhofft, aber Walter Theuerkauf sagt: „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung.“ Auf eine Zusage des Landkreises wartet das Europahaus noch immer. Aber Walter Theuerkauf und Dietrich Burggraf rechnen fest mit dem Geld.

Auch aus finanziellen Gründen beschreitet das Europahaus in diesem Jahr neue Wege. Walter Theuerkauf kündigte an, das bald erstmals eine Tagung des Fachbereiches Psychologie der Universität Gießen im Europahaus stattfindet. 57 Wissenschaftler aus der ganzen Welt werden erwartet.

Außerdem ist die Heimvolkshochschule seit Mai das Zuhause von sechs Jugendlichen, die aus Afghanistan geflohen sind, erzählt Dietrich Burggraf. Zwei weitere Flüchtlinge sollen in nächster Zeit dazu kommen. Dafür bekommt der Verein Fördergelder. Ein Überschuss für andere Bereiche kann dadurch aber wohl nicht erwirtschaftet werden. Es mussten zusätzlich sechs Leute eingestellt werden, um die jungen Männer zu betreuen. Die Jugendlichen besuchen die Berufsschule und bekommen im Europahaus zusätzlichen Unterricht. Zum Beispiel Sprach- und Deutschkurse, in denen sie mehr über die Kultur des Landes erfahren. Die Jugendlichen kochten für die Gäste auf der Jubiläumsfeier Speisen aus ihrer Heimat.


 

 



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